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Aktuelle Presse-Informationen

15. Mai 2024

  • Robert-Koch-Preis 2024 für Lalita Ramakrishnan
  • Ehrung für Lebenswerk: Stuart L. Schreiber erhält Robert-Koch-Medaille in Gold
  • Save the date: Preisverleihung am 8. November 2024 in Berlin

Robert-Koch-Preis 2024 für Lalita Ramakrishnan:

Berlin – Der mit 120.000 Euro dotierte Robert-Koch-Preis 2024 wird an Lalita Ramakrishnan vergeben. Zum ersten Mal seit 2007 und zum vierten Mal in der Geschichte des Preises erhält eine Frau die Auszeichnung allein. Die Mikrobiologin Lalita Ramakrishnan gehört zu den Spitzenwissenschaftler*innen in der Tuberkuloseforschung und ist Professorin für Immunologie und Infektionskrankheiten an der Universität Cambridge. Mit Stuart L. Schreiber bekommt einer der weltweit renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Chemischen Biologie die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk. An seinem Labor wird aktuell an der Bekämpfung von Resistenzen bei der Behandlung von verschiedenen Krebserkrankungen gearbeitet.

„Es ist uns eine Ehre, mit Prof. Dr. Lalita Ramakrishnan eine Spitzenwissenschaftlerin auszuzeichnen, die Pionierarbeit bei der Erforschung der Tuberkulose leistet“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Die Krankheit ist nach wie vor eine der Haupttodesursachen, obwohl es seit einem Jahrhundert einen abgeschwächten Lebendimpfstoff und seit 60 Jahren wirksame Antibiotika gibt.“ Die Robert-Koch-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit den Preisen auf besonders wichtige Bereiche in der Wissenschaft und Forschung hinzuweisen. „Besonders in Zeiten, in denen in der Gesellschaft Verunsicherung zu herrschen scheint ob der Verlässlichkeit von Medizin und Medien, ist es unsere Aufgabe, darüber zu informieren, welche Arbeit zur Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen auf der Welt beiträgt,“ so Wolfgang Plischke.

Vor Lalita Ramakrishnan hatten die Deutsche Gertrud Meissner 1965, die Finnin Pirjo Helena Mäkelä 1969 und zuletzt die Französin Dr. Pascale Cossart 2007 den Robert- Koch-Preis als Frauen allein – nicht im Team – bekommen.

„Mit der Robert-Koch-Medaille in Gold zeichnen wir in diesem Jahr Prof. Dr. Stuart L. Schreiber für sein Lebenswerk aus“, so Prof. Dr. Andreas Radbruch, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Robert-Koch-Stiftung. „Wir freuen uns, einen Forscher, der weltweit als Koryphäe bekannt ist, auszuzeichnen. Er leistete herausragende Beiträge zum Verständnis der Logik der Signaltransduktion und der Genregulation mithilfe von kleinen Molekülsonden. Seine Entdeckungen haben grundlegende zelluläre Signal- und Genregulationswege aufgedeckt und das Verständnis für die Rolle, die diese Wege bei menschlichen Krankheiten spielen, erheblich verbessert.“

Die Verleihung der Auszeichnungen findet am 8. November 2024 in Berlin statt.

Die drei Preisträger*innen des Post-Doktorand*innen-Preises werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Mehr Informationen:

Die Preisträgerin des Robert-Koch-Preises 2024:
Lalita Ramakrishnan ist eine 1959 in Indien geborene amerikanische Mikrobiologin, die für ihre Beiträge zum Verständnis der biologischen Mechanismen der Tuberkulose bekannt ist. Sie ist seit 2019 Professorin für Immunologie und Infektionskrankheiten an der University of Cambridge, an der sie auch Welcome Trust Principal Research Fellow und praktizierende Ärztin ist. Sie forscht am MRC Laboratory of Molecular Biology, ist Leiterin der Molecular Immunity Unit des Department of Medicine ebendort.

Lalita Ramakrishnan steht weltweit an der Spitze der modernen Tuberkuloseforschung (TB). Sie hat wichtige Instrumente zur Erforschung der Krankheit entwickelt – vor allem ein robustes Zebrafischmodell, das zu bahnbrechenden Erkenntnissen über die Wechselwirkungen zwischen Bakterien und Wirt während der Infektion geführt hat. Ihr Team hat dieses Wissen genutzt, um neue Behandlungsmöglichkeiten für TB zu entwickeln und die klinische Forschung zu gestalten. Lalita Ramakrishnan entdeckte, dass die Notwendigkeit einer monatelangen Behandlung mit mehreren Medikamenten zur Heilung von Tuberkulose dadurch entsteht, dass aktiv wachsende Bakterien in den Makrophagen des Wirts, die zu den sogenannten Fresszellen gehören und weiße Blutkörperchen sind, die Ausflusspumpen aktivieren, die die Antibiotika „herauspumpen“ und so das Überleben der Bakterien fördern.

Durch die Aufdeckung dieser komplexen Wechselwirkungen haben Lalita Ramakrishnan und ihre Kolleg*innen auch unser Verständnis der grundlegenden Biologie von Makrophagen und anderen Infektionskrankheiten wie unter anderem Lepra verbessert.

Weltweit ist Tuberkulose neben Malaria und AIDS die häufigste Infektionskrankheit. Auf der Liste der häufigsten Todesursachen steht TB auf Platz 13. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass pro Jahr etwa zehn Millionen Menschen an Tuberkulose erkranken und etwa 1,5 Millionen Menschen daran sterben. 2018 und 2019 war Lalita Ramakrishnan die Mitverfasserin zweier einflussreicher Artikel im British Medical Journal, in denen sie argumentierte, dass die weithin akzeptierten Schätzungen der Prävalenz der latenten Tuberkulose – die als Grundlage für die Vergabe von Forschungsgeldern dienen – viel zu hoch sind.

Der Preisträger der Robert-Koch-Medaille in Gold:
Stuart L. Schreiber machte 1977 seinen Bachelor of Science in Chemie an der University of Virginia, bevor er als Doktorand für Chemie an die Harvard University ging. Er arbeitete mit Robert B. Woodward, setzte nach dessen Tod seine Studien unter der Leitung von Yoshito Kishi fort. 1981 erhielt er dort seinen Doktortitel. Er ist bis 1988 Professor an der Yale University gewesen, wechselte dann als Morris-Loeb-Professor an die Harvard- Universität und ist seit 1994 Howard Hughes Medical Institute Investigator. 1997 war er Gründungsdirektor des Harvard Institute of Chemistry and Cell Biology, das den Grundstein für das Chemical Biology Program des Broad Institute legte. Seit 2003 ist er ein Gründungsmitglied des Broad Institute. Er wird mit der Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Schreiber leistete herausragende Beiträge zum Verständnis der Logik der Signaltransduktion und der Genregulation mithilfe von kleinen Molekülsonden. Diese Entdeckungen haben grundlegende zelluläre Signal- und Genregulationswege aufgedeckt und so das Verständnis für die Rolle, die diese Wege bei menschlichen Krankheiten spielen, erheblich verbessert.

In der aktuellen Forschung untersucht das Schreiber-Labor die Mechanismen, durch die viele Krebserkrankungen Therapien widerstehen. Das Labor untersucht auch einen neuen Mechanismus, mit dem unser Gehirn seine Gesundheit aufrechterhält, sowie therapeutische Wirkstoffe, die den Schutzmechanismus des Gehirns verstärken. Stuart L. Schreiber hat die Prinzipien der chemischen Biologie auf die Medizin übertragen, indem er an der Gründung mehrerer Biotech-Unternehmen beteiligt war.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Postdoktorandenpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Weiterhin wird alle zwei Jahre der Förderpreis der Stadt Clausthal Zellerfeld vergeben.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:
Save the date: Die Verleihung des Robert-Koch-Preises und der Medaille in Gold wird in Berlin stattfinden, am Freitag, dem 8. November 2024, in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin).

Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, das Profil ist:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/

Alle Beiträge rund um die Veranstaltung sind in den Sozialen Medien mit dem Hashtag #RobertKochAward versehen.

Im Podcast „Robert-Koch-Stiftung“ kommen die Preisträger*innen und andere spannende Persönlichkeiten rund um die Stiftung und die Auszeichnungen zu Wort. Überall dort, wo es Podcasts gibt.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285,
E-Mail: geschaeftsstelle@robert-koch-stiftung.de

20. November 2023

  • Timothy Springer und Francisco Sánchez-Madrid in Berlin sind mit dem mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis ausgezeichnet worden
  • Ehrung für Lebenswerk: Patrice Courvalin erhält Robert-Koch-Medaille in Gold
  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach überreicht auch in neuer Funktion als Schirmherr der Robert-Koch-Stiftung die Preise

„Das Leben ist voller Wunder – eins davon haben die Robert-Koch-Preisträger aufgedeckt“

Berlin – Prof. Dr. Timothy Springer und Prof. Dr. Francisco Sánchez-Madrid sind am Freitag, 17. November, mit dem mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis ausgezeichnet worden. Prof. Dr. Patrice Courvalin hat die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk erhalten. Dr. Prerna Arora, Dr. Florian Wimmers und Dr. Lisa Kirchhoff bekamen die diesjährigen Preise für Postdoktorand*innen. Die Verleihung der Auszeichnungen fand in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

„Wir ehren mit den Preisträgern auch in diesem Jahr hervorragende Wissenschaftler, die fundamentale Entdeckungen gemacht haben“, so Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Das Leben ist voller Wunder – eins davon haben Timothy Springer und Francisco Sánchez-Madrid aufgedeckt.“

Timothy Springer und Francisco Sánchez-Madrid haben gemeinsam und als erste die Bedeutung von Zelladhäsionsmolekülen für die Funktion von Immunzellen aufgezeigt, und mit monoklonalen Antikörpern gegen solche Moleküle neue Möglichkeiten der Behandlung von Immunerkrankungen geschaffen. „Das wichtigste heute Abend sind daher nicht die Preise“, so der Bundesgesundheitsminister und neuer Schirmherr der Robert-Koch-Stiftung Prof. Dr. Karl Lauterbach. „Sondern dass Millionen von Menschen von den Errungenschaften dieser ausgezeichneten Wissenschaftler profitieren und ein beschwerdefreies Leben führen können.“ Außerdem sei die Wissenschaft das Fundament, mit dem alles beginne.

Lauterbach überreichte den Gewinnern ihre Auszeichnung und sagte: „Dieser Preis gewinnt immer mehr an internationaler Bedeutung – bereits 15 Mal war er schon eine Indikation für einen Nobelpreis. So auch jetzt.“ Mit Drew Weissman hat einer der Preisträger 2022 in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin und Physiologie bekommen.

Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates der Robert-Koch-Stiftung, Prof. Dr. Andreas Radbruch, hielt die Laudatio auf die beiden Preisträger. Er sagte über Timothy Springer und Francisco Sánchez-Madrid: „Ihre Entdeckung von Zellerkennungsmolekülen war die erste überhaupt, nicht nur in der Immunologie, sondern auch in der Zellbiologie. Das war eine Revolution! Sie veränderte die Sichtweise der wissenschaftlichen Gemeinschaft darauf, wie Zellen mit anderen Zellen interagieren.“

Francisco Sánchez-Madrid zeigte sich doppelt geehrt: „Was für eine besondere Ehre das ist, diesen Preis zu bekommen – und dann auch noch zusammen mit meinem Mentor und Freund Tim Springer.“ Ein Lob, das Springer direkt an ihn zurück gab. Der US-Amerikaner dankte – wie alle Preisträger*innen – ausdrücklich seinem Team, seiner Frau und seiner Familie. „Wir arbeiten seit so vielen Jahren zusammen in einem Labor und lieben uns immer noch“, lächelte Prof. Dr. Patrice Courvalin, als er seiner Frau dankte. Mit ihm hat einer der weltweit renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Antibiotikaresistenz die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk erhalten.

In der Laudatio auf ihren Doktorvater sagte die Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene und Chemie-Nobelpreisträgerin 2020, Emmanuelle Charpentier, über ihn: „Patrice Courvalin hat sein Leben dem molekularen Verständnis der Resistenz von Bakterien gegen eine Vielzahl von Antibiotika gewidmet und sich dabei auf bakterielle Krankheitserreger konzentriert, die beim Menschen Krankheiten verursachen. Zu den größten Beiträgen, die er und sein Team geleistet haben, gehören die bahnbrechende Entdeckung und Charakterisierung von Antibiotikaresistenz-Plasmiden in grampositiven bakteriellen Krankheitserregern sowie die umfassende Analyse von Resistenzmechanismen, die verschiedene Stellen auf Aminoglykosid-Antibiotika verändern.“

Dass der wissenschaftliche Nachwuchs in jedem Jahr ebenfalls eine besondere Auszeichnung erhält, nannten alle Laudatoren als Grund zur Freude. Lauterbach: „Welche Leistungen so junge Wissenschaftler bereits schaffen, welche Ideen sie haben, das finde ich fantastisch.“ Schon während der Eröffnung der Feier hatte Wolfgang Plischke den jungen Wissenschaftler*innen seine „Hochachtung für die außerordentlichen Leistungen“ ausgesprochen.

Dr. Prerna Arora, Dr. Florian Wimmers und Dr. Lisa Kirchhoff bekamen als „die besten der Besten“ (Radbruch) die Postdoktorand*innen-Preise 2023 für Virologie, Immunologie beziehungsweise Mikrobiologie.

Am Vortag hatten sowohl die Robert-Koch-Preisträger Springer und Sánchez-Madrid als auch Courvalin in der Charité Vorträge über ihre Arbeit gehalten. Der Spanier sprach über „Interzelluläre Kommunikation bei der Immunreaktion: Übertragung von genetischer Information während der Synapse“, sein US-Kollege sehr unterhaltsam über „Die Seele der Integrin-Maschine“ und der Franzose referierte zu der „Evolution der Glykopeptid-Resistenz“.

Mehr Informationen:

Die Preisträger des Robert-Koch-Preises 2023:
Timothy Alan Springer ist ein US-amerikanischer Immunologe und Professor an der Harvard University, Boston, Massachusetts, USA. Er stammt aus Fort Benning, Georgia, und studierte in Berkeley an der University of California Biochemie, bevor er 1976 in Harvard promovierte. Seit 1977 ist er Professor an der Harvard Medical School. Zusammen mit Francisco Sánchez-Madrid entdeckte er die Integrine, Proteine die Zellen miteinander verbinden und die für die Funktion dieser Zellen von entscheidender Bedeutung sind, so für das Einwandern von Zellen aus dem Blut in das Gewebe, wie er erstmals zeigen konnte. Von ihnen entwickelte monoklonale Antikörper gegen bestimmte Integrine erwiesen sich als wirksam gegen chronische Entzündungen. So bei Multipler Sklerose und bei entzündlichen Darmerkrankungen. Heute gilt sein Interesse der Frage, wie Integrine und andere Adhäsionsmoleküle für die Bindung aktiviert werden, und wie auf dieses Weise eine „Synapse“ zwischen zwei Zellen entsteht.

Francisco Sánchez-Madrid ist ein spanischer Immunologe. Er promovierte 1980 an der Universidad Autónoma de Madrid. Danach arbeitete er für einige Jahre an der Abteilung für Pathologie der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, USA. Gemeinsam mit Timothy Springer identifizierte er Integrine, die die Adhäsion, Polarität und Aktivierung von Leukozyten steuern und trug so entscheidend zu der Entwicklung von Therapien für Multiple Sklerose und Morbus Crohn bei. Seit 1990 ist er Professor für Immunologie an der Universidad Autónoma de Madrid. Seine weiteren Forschungsarbeiten haben entscheidend zum Verständnis der Funktion der immunologischen Synapsen beigetragen, also der Strukturen, mit denen Immunzellen untereinander oder mit anderen Zellen kommunizieren.

Diese Arbeiten sind von grundlegender Bedeutung für das Verständnis des Immunsystems und seiner Reaktionen. Timothy Springer und Francisco Sánchez-Madrid werden gemeinsam mit dem mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis 2023 ausgezeichnet.

Robert-Koch-Medaille in Gold
Patrice Courvalin wird mit der Robert-Koch-Medaille in Gold ausgezeichnet. Er ist emeritierter Leiter der Abteilung für antibakterielle Wirkstoffe und Professor am Institut Pasteur in Paris. Sein Lebenswerk ist ein molekulares Verständnis einer Vielzahl von Resistenzen gegen Antibiotika bei Bakterien. Er konnte zeigen, dass und wie Bakterien untereinander Resistenzgene austauschen können, und wie sich so Resistenzen sehr schnell verbreiten, dass Bakterien Resistenzgene sogar von Antibiotikaproduzenten übernehmen können, die sich dadurch eigentlich selber schützen, und dass sie Resistenzgene selber auch an andere Organismen weitergeben können. Diese Erkenntnisse waren und sind von großer praktischer Bedeutung für die Entwicklung und den Einsatz von Antibiotika in der Praxis. Die Laudatio auf ihn hielt die Nobelpreisträgerin Professor Emmanuelle Charpentier.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Postdoktorandenpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Weiterhin wird alle zwei Jahre der Förderpreis der Stadt Clausthal Zellerfeld vergeben.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:
Die Aufzeichnung der Preisverleihung ist auf https://www.robert-koch-stiftung.de zu sehen. Alle Beiträge rund um die Veranstaltung sind in den Sozialen Medien mit dem Hashtag #RobertKochAward versehen.

Im Podcast „Robert-Koch-Stiftung“ kommen die Preisträger*innen und andere spannende Persönlichkeiten rund um die Stiftung und die Auszeichnungen zu Wort. Überall dort, wo es Podcasts gibt.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285,
E-Mail: geschaeftsstelle@robert-koch-stiftung.de

17. Oktober 2023

„Wir sind hocherfreut ob dieser Nachricht und gratulieren von Herzen“
– Prof. Dr. Wolfgang Plischke

Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie geht in diesem Jahr an Katalin Karikó und an den Robert-Koch-Preisträger 2022, Drew Weissman.

Beide arbeiten an der University of Pennsylvania und haben mit der Entwicklung der mRNA-Impfstoffe entscheidend zur Bewältigung der Corona-Pandemie beigetragen. Der Transfer von Nukleinsäuren in Zellen ist eine zukunftsweisende Technologie für den Einsatz bei Infektionskrankheiten, aber auch in der Gentherapie und bei der Behandlung von Krebs.

„Wir sind hocherfreut ob dieser Nachricht und gratulieren Katalin Karikó und Drew Weissman von ganzem Herzen“, so Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Im letzten Jahr haben wir Prof. Dr. Drew Weissman zusammen mit Dr. Philip Felgner mit dem Robert-Koch-Preis ausgezeichnet, in diesem Jahr erhält er den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Der Wissenschaftliche Beirat der Robert-Koch-Stiftung und der Vorstand wählen stets hochkarätige Wissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland aus – und haben auch hier das richtige Gespür für bahnbrechende Arbeiten der relevantesten Forscher*innen bewiesen.“

Bereits in der Vergangenheit war der Robert-Koch-Preis wiederholt eine inoffizielle Indikation für den Nobelpreis – seit 1975 wurden nun schon 14 Robert-Koch-Preistträger*innen mit der schwedischen, von Alfred Nobel gestifteten, Auszeichnung geehrt.

Der Robert-Koch-Preis 2023 wird an Timothy Springer und Francisco Sanchez-Madrid vergeben. Sie haben gemeinsam und als erste die Bedeutung von Zelladhäsionsmolekülen für die Funktion von Immunzellen aufgezeigt, und mit monoklonalen Antikörpern gegen solche Moleküle neue Möglichkeiten der Behandlung von Immunerkrankungen geschaffen. Mit Patrice Courvalin erhält einer der weltweit renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Antibiotikaresistenz die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk. Die Verleihung der* Auszeichnungen findet am 17. November 2023 in Berlin statt.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Postdoktorandenpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Weiterhin wird alle zwei Jahre der Förderpreis der Stadt Clausthal Zellerfeld vergeben.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:
Save the date: Die Verleihung des Robert-Koch-Preises und der Medaille in Gold wird in Berlin stattfinden, am Freitag, dem 17. November 2023, um 16:30 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin).

Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, die Profile sind:
LinkedIn: "https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
Twitter: https://twitter.com/RKStiftung

Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #RobertKochAward versehen werden.

Im Podcast „Robert-Koch-Stiftung“ kommen die Preisträger*innen und andere spannende Persönlichkeiten rund um die Stiftung und die Auszeichnungen zu Wort. Überall dort, wo es Podcasts gibt.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285,
E-Mail: geschaeftsstelle@robert-koch-stiftung.de

17. April 2023

  • Robert-Koch-Preis 2023 für Timothy Springer und Francisco Sanchez-Madrid
  • Ehrung für Lebenswerk: Patrice Courvalin erhält Robert-Koch-Medaille in Gold
  • Save the date: Preisverleihung am 17. November 2023 in Berlin
Berlin – Der Robert-Koch-Preis 2023 wird an Timothy Springer und Francisco Sanchez-Madrid vergeben. Sie haben gemeinsam und als erste die Bedeutung von Zelladhäsionsmolekülen für die Funktion von Immunzellen aufgezeigt, und mit monoklonalen Antikörpern gegen solche Moleküle neue Möglichkeiten der Behandlung von Immunerkrankungen geschaffen. Mit Patrice Courvalin erhält einer der weltweit renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Antibiotikaresistenz die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk. Die Verleihung der Auszeichnungen findet am 17. November 2023 in Berlin statt.

„Mit den diesjährigen Preisträgern zeichnen wir zwei weltberühmte Pioniere der Immunologie aus“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „In der Pandemie der letzten Jahre sind Autoimmunerkrankungen langsam mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt – dabei forschen die Wissenschaftler*innen seit Jahrzehnten in diesem Bereich. Mit dem Robert-Koch-Preis wollen wir in diesem Jahr besonders auf die hervorragende Arbeit in der Immunologie hinweisen. Mit der Auszeichnung für das Lebenswerk zeigen wir darüber hinaus, dass die Wichtigkeit der Antibiotikaresistenzforschung ungebrochen ist – und kontinuierlich zunimmt.“

Als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Robert-Koch-Stiftung fügt Prof. Dr. Andreas Radbruch hinzu: „Tim Springer und Francisco Sanches-Madrid haben Pionierarbeit bei der Erforschung der Proteine geleistet, mit denen Immunzellen an andere Zellen andocken. Diese Proteine sind für die Funktion der Immunzellen von zentraler Bedeutung. Nur so können die Immunzellen uns bei Infektionen schützen, indem sie z.B. Virusinfizierte Zellen abtöten. Krankheiten, die durch fehlgeleitete Immunreaktionen verursacht werden, z.B. Autoimmunerkrankungen, kann man durch Blockade dieser Adhäsionsmoleküle behandeln. Hier haben die Preisträger erste monoklonale Antikörper entwickelt, die inzwischen als Medikamente eingesetzt werden. Patrice Courvalin hat sein Lebenswerk der Erforschung bakterieller Resistenzen gegen Antibiotika gewidmet. Mit ihm ehren wir einen Forscher, der dieses Feld von eminenter praktischer Bedeutung in den letzten Jahrzehnten wesentlich geprägt hat.“

Die Preisträger des Robert-Koch-Preises 2023:

Timothy Alan Springer ist ein US-amerikanischer Immunologe und Professor an der Harvard University, Boston, Massachusetts, USA. Er stammt aus Fort Benning, Georgia, und studierte in Berkeley an der University of California Biochemie, bevor er 1976 in Harvard promovierte. Seit 1977 ist er Professor an der Harvard Medical School. Zusammen mit Francisco Sanchez-Madrid entdeckte er die Integrine, Proteine die Zellen miteinander verbinden und die für die Funktion dieser Zellen von entscheidender Bedeutung sind, so für das Einwandern von Zellen aus dem Blut in das Gewebe, wie er erstmals zeigen konnte. Von ihnen entwickelte monoklonale Antikörper gegen bestimmte Integrine erwiesen sich als wirksam gegen chronische Entzündungen. So bei Multipler Sklerose und bei entzündlichen Darmerkrankungen. Heute gilt sein Interesse der Frage, wie Integrine und andere Adhäsionsmoleküle für die Bindung aktiviert werden, und wie auf dieses Weise eine „Synapse“ zwischen zwei Zellen entsteht.

Francisco Sanchez-Madrid ist ein spanischer Immunologe. Er promovierte 1980 an der Universidad Autónoma de Madrid. Danach arbeitete er für einige Jahre an der Abteilung für Pathologie der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, USA. Gemeinsam mit Timothy Springer identifizierte er Integrine, die die Adhäsion, Polarität und Aktivierung von Leukozyten steuern und trug so entscheidend zu der Entwicklung von Therapien für Multiple Sklerose und Morbus Crohn bei. Seit 1990 ist er Professor für Immunologie an der Universidad Autónoma de Madrid. Seine weiteren Forschungsarbeiten haben entscheidend zum Verständnis der Funktion der immunologischen Synapsen beigetragen, also der Strukturen, mit denen Immunzellen untereinander oder mit anderen Zellen kommunizieren.

Diese Arbeiten sind von grundlegender Bedeutung für das Verständnis des Immunsystems und seiner Reaktionen. Timothy Springer und Francisco Sanchez-Madrid werden gemeinsam mit dem mit 120.000 Euro dotieren Robert-Koch-Preis 2023 ausgezeichnet. Die Laudatio wird der Nobelpreisträger Professor Jules Hoffmann halten.

Robert-Koch-Medaille in Gold

Patrice Courvalin wird mit der Robert-Koch-Medaille in Gold ausgezeichnet. Er ist emeritierter Leiter der Abteilung für antibakterielle Wirkstoffe und Professor am Institut Pasteur in Paris. Sein Lebenswerk ist ein molekulares Verständnis einer Vielzahl von Resistenzen gegen Antibiotika bei Bakterien. Er konnte zeigen, dass und wie Bakterien untereinander Resistenzgene austauschen können, und wie sich so Resistenzen sehr schnell verbreiten, dass Bakterien Resistenzgene sogar von Antibiotikaproduzenten übernehmen können, die sich dadurch eigentlich selber schützen, und dass sie Resistenzgene selber auch an andere Organismen weitergeben können. Diese Erkenntnisse waren und sind von großer praktischer Bedeutung für die Entwicklung und den Einsatz von Antibiotika in der Praxis. Die Laudatio wird die Nobelpreisträgerin Professor Emmanuelle Charpentier halten.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Postdoktorandenpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Weiterhin wird alle zwei Jahre der Förderpreis der Stadt Clausthal Zellerfeld vergeben.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:
Save the date: Die Verleihung des Robert-Koch-Preises und der Medaille in Gold wird in Berlin stattfinden, am Freitag, dem 17. November 2023, um 16:30 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin).

Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, die Profile sind:
LinkedIn: "https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
Twitter: https://twitter.com/RKStiftung

Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #RobertKochAward versehen werden.

Im Podcast „Robert-Koch-Stiftung“ kommen die Preisträger*innen und andere spannende Persönlichkeiten rund um die Stiftung und die Auszeichnungen zu Wort. Überall dort, wo es Podcasts gibt.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285,
E-Mail: geschaeftsstelle@robert-koch-stiftung.de

13. November 2022

  • Robert-Koch-Preis 2022 für Philip Felgner und Drew Weissman
  • Ehrung für sein Lebenswerk: Robert-Koch-Medaille in Gold für Jörg Hacker
  • Preise für drei Post-Doktorand*innen 2022: Anna Both, Moritz Gaidt und Paul Wratil
  • 25 Jahre Post-Doktorand*innen-Preis: Zweitägiges Symposium
Berlin – „Die Zukunft von mRNA ist gigantisch“, sagte Prof. Dr. Drew Weissman in seiner Dankesrede während der festlichen Preisverleihung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zusammen mit Lipofektion-Entwickler Dr. Philip Felgner ist der Pionier auf dem Gebiet der mRNA-Therapien jetzt mit dem mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis ausgezeichnet worden. Prof. Dr. Jörg Hacker erhielt die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk. Die Ansprache hielt Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach.

„Nach wie vor stehen wir vor großen Herausforderungen in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten.“ Mit diesen Worten eröffnete der Vorstandsvorsitzende der Robert-Koch-Stiftung, Prof. Dr. Wolfgang Plischke, die Feierstunde. „Wesentliche Veränderungen in der medizinischen Praxis haben viele Mütter und Väter, aber sind in der Regel nur auf der Grundlage fundamentaler wissenschaftlicher Entdeckungen möglich. Heute ehren wir Forscher, die solche fundamentalen Entdeckungen gemacht haben, die Robert-Koch-Preisträger Professor Felgner und Professor Weissman.“

Bevor die „großen“ Preise verliehen wurden, zeichnete die Robert-Koch-Stiftung den wissenschaftlichen Nachwuchs aus. Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats, Prof. Dr. Andreas Radbruch, stellte Dr. Anna Both, Dr. Paul Wratil und Dr. Moritz Gaidt und ihre Arbeit vor und überreichte ihnen den Postdoktorand*innen-Preis 2022 für Mikrobiologie, Virologie respektive Immunologie. Der Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

„Millionen von Menschenleben gerettet“

„Diesem Preis wohnt ein Zauber inne“, sagte Karl Lauterbach über die Tatsache, dass der Robert-Koch-Preis schon 14 Mal eine „Voraussage“ für den Nobelpreis war. Der wissenschaftliche Beirat der Robert-Koch-Stiftung treffe oft eine „zielgenaue Auswahl“ bei der Entscheidung über die Gewinner*innen. Bemerkenswert sei zudem, dass die Arbeit der diesjährigen Preisträger und ihrer Teams „Millionen von Menschen das Leben gerettet“ haben.

Drew Weissman war es als Professor für Medizin an der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania in den USA gelungen, mRNA so zu verändern, dass sie von den Zellen nicht mehr als fremd erkannt wird, und deshalb auch keine Abwehrreaktion mehr auslöst. Dadurch ermöglichte mRNA-Impfstoffe haben entscheidend zur Bewältigung der Corona-Pandemie beigetragen. „Dieser Preis ist aber nicht für mich allein – er ist unbedingt eine Auszeichnung meiner Laborkolleg*innen und meines Teams“, so Drew Weissman.

„Ich habe mich seit Monaten jeden Tag auf diesen Moment gefreut“, sagte Philip Felgner (Direktor des Irvine Vaccine Research and Development Centers und der Protein Microarray Laboratory and Training Facility, University of California, USA) in seiner Rede. „Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der sich Technologien rasant entwickelt haben. Bis heute in der Wissenschaft tätig zu sein, ist für mich seit jeher bereichernd, aber bei Terminen wie diesem die Möglichkeit zum Austausch mit so vielen anderen Wissenschaftler*innen zu haben, ist ein Geschenk.“ Philip Felgner wurde für die Entwicklung der Lipofektion ausgezeichnet, einer Technologie, die nicht nur die Grundlage der modernen mRNA-Impfstoffe ist, sondern auch breite Anwendung in der Grundlagenforschung findet und eine Schlüsseltechnologie der Medizin ist, um Wirkstoffe in Zellen einzuschleusen.

„Jörg Hacker: Der bedeutendste Mikrobiologe Deutschlands“

„Er ist der bedeutendste Mikrobiologe Deutschlands“, sagte Prof. Dr. med. Sebastian Suerbaum vom wissenschaftlichen Beirat der Stiftung in der Laudatio über Jörg Hacker, der mit der Robert-Koch-Medaille für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. „Seine Vita liest sich wie die Geschichte der deutschen Virologie, Immunologie und Vakzinologie.“ Jörg Hacker sei nicht nur als Leiter des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie in Würzburg, als Präsident des Robert-Koch-Instituts und als Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina ein Vorbild gewesen, sondern sei auch ein ganz besonderer Mensch, belesen, klug sowie stets hilfsbereit, bescheiden und loyal.

In seiner Dankesrede sagte Jörg Hacker: „Robert Koch war ein begnadeter Wissenschaftler und mir ein Vorbild. Dieser Preis ist für mich eine große Ehre. Mein Lebensweg wurde immer unterstützt durch kollegiale Freundschaften und durch meine Familie.“

Bereits am Vortag waren viele der Post-Doktorand*innen der vergangenen 25 Jahre zu einer Reihe an spannenden Vorträgen aus ihrem Kolleg*innenkreis angereist. „Das Symposium war ein außerordentlich erfolgreiches ‚Meeting‘“, bewertete Wolfgang Plischke während der Feierstunde am Freitag das vorangegangene zweitägige Alumni-Treffen der Post-Dok-Preisträger*innen anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Preises. Organisiert hatten das Alumni-Symposium der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten, der Mikrobiologe Prof. Dr. Mathias Hornef und der Immunologe Prof. Dr. Max Löhning.

Die Verleihung des Robert-Koch-Preises wurde über einen Live-Stream im Internet übertragen. Durch den Abend führte Wissenschaftsjournalistin Christina Satori, die musikalische Gestaltung hatte Julia Raphaela Kasprzak an der Violine übernommen.

Informationen für Redaktionen:
Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #RobertKochAward versehen werden. Sie können die Presse-Informationen der Robert-Koch-Stiftung hier abonnieren.

Bitte folgen Sie der Stiftung auf Twitter unter @RKStiftung. Mehr Informationen über die Preisträger*innen gibt es in ihren eigenen Worten auch im Podcast der Stiftung: https://www.robert-koch-stiftung.de

Kontakt:
Mareike Graepel, Tel: +49 (0)1520-4788752, E-Mail: info@mareikegraepel.com

08. September 2022

  • Preisverleihung in Berlin: Robert-Koch-Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention 2022 für Genfer Professor Stephan Harbarth
  • Auszeichnung war erstmals international ausgeschrieben
  • Nosokomiale Infektionen verursachen 1,5 Milliarden Euro Zusatzkosten im Jahr
  • „Vielleicht gibt es jetzt Frieden im Mikrobiologenhimmel“
Berlin, 8. September 2022 – Prof. Dr. Stephan Harbarth ist mit dem mit 50.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention 2022 ausgezeichnet worden. Der Genfer Professor mit Wurzeln im Allgäu formulierte in seiner Dankesrede in der St. Elisabeth Kirche in Berlin einen deutlichen Wunsch: „Besseres Screening, auch asymptomatischer, Patient*innen in Deutschland.“

Der Vorstandsvorsitzende der Robert-Koch-Stiftung e.V., Prof. Dr. Wolfgang Plischke sprach eingangs über die historische Relevanz des Preises. „Dieser Preis steht ganz in der Tradition Robert Kochs, der 1885 in Berlin zum ersten Professor des Hygieneinstituts der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität berufen wurde,“ sagte er und wies darauf hin, dass die Herausforderungen der Vergangenheit „nicht verschwunden“ seien. „Das hat die Pandemie offenbart.“

„Wir haben in den letzten Jahren sehr viel erlebt, was der Transparenz in dieser Welt entgegenläuft“, unterstrich Dr. Meinrad Lugan, Vorstandsmitglied bei der B. Braun SE, die Wichtigkeit des Preises, auch für Gesellschaft und Politik. „Deswegen soll dadurch Transparenz in Forschung und Ergebnissen hergestellt werden und als Ansporn dienen.“

Neben den durch nosokomiale Infektionen verursachten medizinischen Problemen nannte Prof. Dr. Christian Straub, der Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, auch ökonomische Faktoren für die Relevanz von Krankenhaushygiene und Infektionsprävention: „Pro Jahr entstehen 1,5 Milliarden Euro Zusatzkosten wegen diesen Infektionen und multiresistenten Keimen.“

Die B. Braun SE und die BARMER GEK stellen zusammen das Preisgeld für die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung zur Verfügung.

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Schwartze war als Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten vor Ort. Er sprach dem Preisträger seine Gratulation aus, und beschrieb Stephan Harbarths Arbeit als „tief beeindruckend“, nannte seinen Einsatz „beispielhaft“: „Es gibt immer noch eine Menge zu tun. Dieser Preis hat ein enormes Gewicht.“

„Es werden derzeit weniger neue Antibiotika entwickelt, oder wenn, dann sind es ‚Cousins‘ bereits bekannter Antibiotika-Klassen, gegen die die Keime schnell resistent werden“, sagte Prof. Harbarth in einem kurzen Film über sein Leben. „Wir brauchen originelle, kreative Entwicklungen im Bereich der Antibiotika.“

Prof. Dr. Petra Gastmeier von der Charité hielt die Laudatio auf Stephan Harbarth. Als langjährige Kollegin und Wegbegleiterin hatte sie ihn für den Preis vorgeschlagen – weil er es nicht nur verdiene, für Forschungserfolge ausgezeichnet zu werden, sondern auch für die Hartnäckigkeit, internationale Herausforderungen anzugehen, wenn kulturelle Unterschiede und andere Rechtsgrundlagen die Arbeit erschwerten, und weil er im Namen der Kolleg*innen viel bewege. „Ich habe nachgezählt – mit über 50 Fellows unter anderem in Australien, Asien und Südamerika“ habe Harbarth dem Wissenschaftsnachwuchs viele Impulse gegeben, und „diesen Preis sehr verdient“, sagte sie.

Stephan Harbarth ist als Professor an der Universität Genf verantwortlich für alle Aspekte der Krankenhausepidemiologie und Infektionskontrolle in der Abteilung für Innere Medizin der Genfer Universitätskliniken. Sein Hauptinteresse gilt der Epidemiologie, Übertragung und Prävention von Infektionen durch multiresistente Mikroorganismen, Krankheitserreger, die gegen mehrere Antibiotika immun sind, und die deshalb ein großes Problem in den Krankenhäusern darstellen.

„Ein solcher Preis ist niemals eine Einzelleistung, sondern eine Team-Leistung“, bedankte sich Prof. Dr. Stefan Harbarth bei seinen Mitarbeitenden, nachdem ihm Prof. Dr. Wolfgang Plischke und Prof. Dr. Andreas Radbruch im Namen der Robert-Koch-Stiftung den Preis überreicht hatten. „Ich bin dankbar für viele Möglichkeiten, die ich in Genf habe.“ Er dankte weiterhin der Stiftung, seiner Familie, seiner Frau, die ihm immer „akademische Narrenfreiheit“ gewähre, und seinen Mentoren wie Prof. Dr. Don Goldmann in Boston, USA, und Prof. Dr. Didier Pittet in Genf.

Stephan Harbarth widmete seinen Preis der deutsch-französischen Wissenschaftsfreundschaft, denn: „Auf den Monat genau ist es 140 Jahre her, da kam es auf einem Hygiene-Kongress in Genf zwischen Louis Pasteur und Robert Koch wegen eines Übersetzungsfehlers zum Eklat.“ Koch hatte geglaubt, Pasteur habe die Deutschen als „arrogant“ oder „überheblich“ bezeichnet. Zeitlebens lieferten sie sich in Fachzeitschriften einen Schlagabtausch. „Wenn wir Pasteur und Koch zusammen diesen Preis widmen, können die beiden sich da oben im Mikrobiologenhimmel wieder vertragen“, fügte Stephan Harbarth mit einem Augenzwinkern hinzu.

Im Gespräch mit der Moderatorin des Abends, Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori, sprachen Stephan Harbarth und Andreas Radbruch in einem kurzen Live-Talk über die Auswirkungen der Pandemie auf die Entwicklung der Arbeit im Bereich der Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. „Die Pandemie war ‚lauter’ in den letzten Jahren als die ‚stille Pandemie‘ der Krankenhauskeime“, so Stephan Harbarth. Aber es gebe auch Gutes: „Jetzt haben wir Studien, die nosokomiale Infektionen im Zusammenhang mit Covid betrachten.“

Erstmals sei der Preis, den die Robert-Koch-Stiftung alle zwei Jahre verleiht, auch international ausgeschrieben worden. Der Hintergrund: „Es gibt so viele gute Kandidat*innen“, sagte Andreas Radbruch am Ende der Verleihung.

Ian Istomin, Schüler am Berliner Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach, Jungstudent an der Akademie der Künste und Stipendiat der Jürgen Ponto-Stiftung, rahmte die Preisverleihung auf der Querflöte mit „Image op. 38“ von Eugène Bozza zu Beginn und „Fantasia Nr 2“ von Georg Philipp Telemann am Ende ein.

ZUR PERSON:

Prof. Dr. Stephan Harbarth ist Professor an der Universität Genf und verantwortlich für alle Aspekte der Krankenhausepidemiologie und Infektionskontrolle in der Abteilung für Innere Medizin der Genfer Universitätskliniken.

Sein Hauptinteresse gilt der Epidemiologie, Übertragung und Prävention von Infektionen durch multiresistente Mikroorganismen, Krankheitserreger, die gegen mehrere Antibiotika immun sind, und die deshalb ein großes Problem in den Krankenhäusern darstellen. Seine erste Studie in diesem Bereich wurde 1999 veröffentlicht. Seitdem hat er die Wirksamkeit und Kombination von Maßnahmen zur Infektionskontrolle untersucht, Massnahmen zur Erfassung, Typisierung und Eliminierung von solchen Krankheitserregern, insbesondere von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus Bakterien (MRSA), Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE). Stephan Harbarth hatte dabei auch immer die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch Krankheitserreger, die gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig resistent sind (MDRO: multi-drug resistant organisms) im Blick, und die gesundheitsökonomischen Aspekte und Anreize, neue Antibiotika zu entwickeln.

Stephan Harbarth ist neben seiner wissenschaftlichen Exzellenz auch ein hervorragender Autor, ein geschätzter Redner auf internationalen Konferenzen, bekannt für seine klaren und substanziellen, Evidenz basierten Aussagen zu Infektionsschutzmaßnahmen. Er ist gehört zum Redaktionsbeirat hochrangiger Fachzeitschriften und organisiert den weltweiten Kongresses ICPIC in Genf (International Congress of Prevention and Infection Control) mit 1000 Teilnehmern, die nicht nur Krankenhäuser privilegierter Staaten vertreten, sondern auch solche aus Ländern mit niedrigem Einkommen.

Als Mitglied von "SWISS noso", erarbeitet er im Team Empfehlungen für die Infektionsprävention in der Schweiz und war als wissenschaftlicher Berater für das europäische Zentrum für Disease Control and Prevention (CDC), die Weltgesundheitsorganisation WHO und JPIAMR (Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance) tätig.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Weitere Informationen:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
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Lust auf mehr? Dann lohnt sich der neue Podcast der Robert-Koch-Stiftung – darin erzählen Wissenschaftler*innen spannend und verständlich aus ihrem Job. Auf https://www.robert-koch-stiftung.de gibt es die ersten Folgen, und überall, wo es Podcasts gibt.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

11. August 2022

  • Aus der Jury-Entscheidung: „Ein bemerkenswerter Wissenschaftler in der Krankenhausepidemiologie und Infektionskontrolle in Europa“
  • Mit 50.000 Euro dotierter Preis wird am 6. September in Berlin verliehen
Berlin, 11. August 2022 – Stephan Harbarth erhält den Robert-Koch-Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention 2022. Die Verleihung des mit 50.000 Euro dotierten Preises findet am 6. September in Berlin statt – wegen der Pandemie mit einem Jahr Verspätung. Die Jury beschreibt den Schweizer Wissenschaftler als „bemerkenswert“ und seine Arbeit als umfangreich und maßgeblich in der Entwicklung der Krankenhaushygiene.

Prof. Dr. Stephan Harbarth ist Professor an der Universität Genf und verantwortlich für alle Aspekte der Krankenhausepidemiologie und Infektionskontrolle in der Abteilung für Innere Medizin der Genfer Universitätskliniken. Er erhält den Robert-Koch-Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention 2022, der alle zwei Jahre verliehen wird und mit 50.000 Euro dotiert ist, weil er „auf dem Gebiet der Krankenhausepidemiologie und der Infektionskontrolle in Europa umfangreiche und kontinuierliche Arbeit zur Verbesserung der wissenschaftlichen Basis von Infektionsschutzmaßnahmen leistet“. Stephan Harbarth hat die Entwicklung in diesem Bereich in den letzten 20 Jahren maßgeblich beeinflusst. Der Preis ist eine große Würdigung der Forschungsarbeit dieses bemerkenswerten Wissenschaftlers.

Sein Hauptinteresse gilt der Epidemiologie, Übertragung und Prävention von Infektionen durch multiresistente Mikroorganismen, Krankheitserreger, die gegen mehrere Antibiotika immun sind, und die deshalb ein großes Problem in den Krankenhäusern darstellen. Seine erste Studie in diesem Bereich wurde 1999 veröffentlicht. Seitdem hat er die Wirksamkeit und Kombination von Maßnahmen zur Infektionskontrolle untersucht, Maßnahmen zur Erfassung, Typisierung und Eliminierung von solchen Krankheitserregern, insbesondere von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus Bakterien (MRSA), Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE). Stephan Harbarth hatte dabei auch immer die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch Krankheitserreger, die gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig resistent sind (MDRO: multi-drug resistant organisms) im Blick, und die gesundheitsökonomischen Aspekte und Anreize, neue Antibiotika zu entwickeln.

Stephan Harbarth ist neben seiner wissenschaftlichen Exzellenz auch ein hervorragender Autor, ein geschätzter Redner auf internationalen Konferenzen, bekannt für seine klaren und substanziellen, Evidenz-basierten Aussagen zu Infektionsschutzmaßnahmen. Er ist gehört zum Redaktionsbeirat hochrangiger Fachzeitschriften und organisiert den weltweiten Kongresses ICPIC in Genf (International Congress of Prevention and Infection Control) mit 1000 Teilnehmern, die nicht nur Krankenhäuser privilegierter Staaten vertreten, sondern auch solche aus Ländern mit niedrigem Einkommen.

Als Mitglied von "SWISS noso", erarbeitet er im Team Empfehlungen für die Infektionsprävention in der Schweiz und war als wissenschaftlicher Berater für das europäische Zentrum für Disease Control and Prevention (CDC), die Weltgesundheitsorganisation WHO und JPIAMR (Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance) tätig.

Preis ist Ehre und Motivation zugleich: Vermeidung von Krankenhausinfektionen rettet Tausende Leben jährlich

Mit dem Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention würdigt die Robert-Koch-Stiftung publizierte Arbeiten der vergangenen Jahre, will aber auch einen Beitrag zum Anschub neuer Projekte leisten.

„Dieser Preis ist Ehre und Motivation zugleich“, so Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Plischke. „In Deutschland erkranken jährlich etwa eine halbe Million Patienten*innen an Krankenhausinfektionen – über 10.000 davon mit tödlichem Ausgang.“ Das sind dramatische Zahlen.

„Eine Verbesserung krankenhaushygienischer Maßnahmen und neue Strategien zur Therapie und Prävention von im Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme erworbenen Infektionen sind dringend erforderlich.“

Der Robert-Koch-Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention wird finanziell von B. Braun SE und BARMER unterstützt, die das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung stellen.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:

Save the date: Die Verleihung des Robert-Koch-Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention 2022 findet am 6. September um 16 Uhr in der St. Elisabeth Kirche (Invalidenstr. 3, 10115 Berlin) statt.

Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, die Profile sind:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
Twitter: https://twitter.com/RKStiftung

Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #Robert-KochAward versehen werden.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

26. April 2022

Robert-Koch-Preis 2022 für Philip Felgner und Drew Weissman

  • Ehrung für Lebenswerk: Jörg Hacker erhält Robert-Koch-Medaille in Gold
  • Save the date: Preisverleihung am 11. November 2022 in Berlin
Berlin – Der Robert-Koch-Preis 2022 wird an Philip Felgner und Drew Weissman vergeben. Die beiden US-amerikanischen Wissenschaftler werden für grundlegende Beiträge zum Transfer von Nukleinsäuren in Zellen ausgezeichnet – eine zukunftsweisende Technologie für den Einsatz bei Infektionskrankheiten, aber auch in der Gentherapie und bei der Behandlung von Krebs. So haben mRNA-Impfstoffe entscheidend zur Bewältigung der Corona-Pandemie beigetragen. Die Verleihung des Preises findet am 11. November 2022 in Berlin statt.

„Wenn in der Öffentlichkeit von sensationellen Entwicklungen gesprochen wird, die Tausenden und gar Millionen Menschen das Leben retten, blicken Wissenschaftler*innen bereits auf viele lange Jahre der Forschung, der unermüdlichen und geduldigen Arbeit und nicht selten auf Hindernisse und Umwege zurück, bevor sie ans Ziel gelangt sind“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Wir zeichnen daher in diesem Jahr zwei Wissenschaftler aus, deren bahnbrechende Arbeit derzeit ganz aktuell einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Impfstoffen hat – und wollen gleichzeitig ein Zeichen setzen, dass neben der Bekämpfung der Corona-Pandemie die Forschung an Impfstoffen auch den Weg dafür ebnet, Menschen vor anderen Krankheiten zu schützen.“

Prof. Dr. Andreas Radbruch, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Robert-Koch-Stiftung, fügt hinzu: „Wir ehren mit Philip Felgner und Drew Weissman zwei Wissenschaftler, die den medizinischen Einsatz von den biologischen Informationsträgern, den Nukleinsäuren, erst ermöglicht haben. Sie haben Methoden entwickelt, um diese ‚Boten’ in Zellen einzuführen, und um die natürliche Abwehrreaktion der Zellen zu verhindern.“

Die Preisträger des Robert-Koch-Preises 2022:

Dr. Philip Felgner ist Direktor der University of California, USA, des Irvine Vaccine Research and Development Center und der Protein Microarray Laboratory and Training Facility. Seine Forschungsgebiete sind der Aufbau und die Funktion von Zellmembranen, die Ordnung in der Zelle schaffen, und die Frage, wie man Substanzen in die Zellen einschleusen kann.

Philip Felgner wird für die Entwicklung der Lipofektion mit dem RobertKoch-Preis 2022 ausgezeichnet, einer Technologie, bei der Wirkstoffe in sogenannte Liposomen verpackt werden, also mit einer Membran umgeben, die der Zellmembran ähnelt. Bei Kontakt mit einer Zelle fusionieren die Membranen des Liposoms und der Zelle. So wird der Wirkstoff in die Zelle eingeschleust. Bereits 1989 hat Philip Felgner auf diese Weise erfolgreich Nukleinsäuren in Zellen eingeschleust, und gezeigt, dass die Zellen dann auch die Proteine herstellen, deren Baupläne die Nukleinsäuren kodieren. Die Liposomentechnologie ist nicht nur die Grundlage der modernen mRNA-Impfstoffe, sie findet breite Anwendung in der Grundlagenforschung und ist eine Schlüsseltechnologie der Medizin, um Wirkstoffe in Zellen einzuschleusen.

Prof. Dr. Drew Weissman ist Professor für Medizin an der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania, USA. Er ist ein Pionier auf dem Gebiet der mRNA-Therapien.

Schleust man Nukleinsäuren in Zellen ein, werden sie von den Zellen als fremd erkannt und die Zellen reagieren wie bei einer Infektion mit einem Virus. Zusammen mit Katalin Karikó, die in diesem Jahr mit dem Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis ausgezeichnet wurde, gelang es Drew Weissman, mRNA so zu verändern, dass sie von den Zellen nicht mehr als fremd erkannt wird, und deshalb auch keine Abwehrreaktion mehr auslöst. Dabei werden bestimmte natürliche Bausteine der Nukleinsäuren durch unkonventionelle Bausteine ersetzt. Diese Entwicklung ermöglichte erst den breiten Einsatz der mRNA-Impfstoffe, weil sie die Nebenwirkungen akzeptabel machte.

Philip Felgner und Drew Weismann werden gemeinsam mit dem mit 120.000 Euro dotieren Robert-Koch-Preis 2022 ausgezeichnet.

Robert-Koch-Medaille in Gold

Prof. Dr. Jörg Hacker hat sein Leben in herausragender Weise der Wissenschaft und der Wissenschaftsförderung gewidmet und wird mit der Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Jörg Hacker ist „nicht nur ein herausragender Wissenschaftler“, sagte die damalige Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, 2008 über ihn. „Er versteht es, andere an seinen Erkenntnissen teilhaben zu lassen und Wissenschaft so zu vermitteln, dass die Menschen außerhalb seines Fachgebiets ihn verstehen.“

Jörg Hacker ist ein Pionier der molekularen Infektionsforschung. 1983 beschrieb er die sogenannten „pathogenicity islands“ von Bakterien, genetische Elemente, die mehrere Gene enthalten, die z.B. bei uns in koordinierter Weise eine Krankheit auslösen können. Diese genetischen Elemente sind nur locker im Genom der Bakterien verankert, oder sie werden sogar getrennt davon weitergegeben. Sie können leicht zwischen Bakterien ausgetauscht werden. So können sich harmlose Bakterien sehr schnell zu gefährlichen Krankheitserregern entwickeln. Oder Bakterien können Gene austauschen, die sie gegen Antibiotika resistent machen. Durch seine Forschung hat Jörg Hacker entscheidend zum Verständnis der Evolution von mikrobiellen Krankheitserregern beigetragen.

Nach dem Studium in Halle arbeitete Jörg Hacker ab 1980 an der Universität Würzburg, ab 1993 als Leiter des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie. Von 2008 bis 2010 war er Präsident des Robert-Koch Instituts in Berlin, und von 2010 bis 2020 Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Unter seiner Ägide entwickelte sich die Leopoldina zur Deutschen Akademie der Wissenschaft, dem nationalen, unabhängigen Beratungsgremium von heute. In seinen vielfältigen Funktionen als Gestalter der Wissenschaft hat sich Jörg Hacker in einzigartiger Weise um die Entwicklung der Rahmenbedingungen für die Forschung in Deutschland verdient gemacht.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nach-wuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:

Save the date: Die Verleihung des Robert-Koch-Preises und der Medaille in Gold wird in Berlin stattfinden, am Freitag, dem 11. November 2022, um 16:30 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin).

Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, die Profile sind:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
Twitter: https://twitter.com/RKStiftung

Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #Robert-KochAward versehen werden.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

22. November 2021

  • Robert-Koch-Preis 2021 für Yasmine Belkaid und Andreas Bäumler in Doppelzeremonie mit den Vorjahresgewinnern Shimon Sakaguchi und Thomas F. Meyer
  • Robert-Koch-Medaille in Gold 2021 für Kyriacos Costa Nicolaou
  • Preise für Post-Doktoranden 2021: Megan Stanifer, Kilian Schober und Katharina Anna Christina Schaufler
  • Preise für Post-Doktoranden 2020: Petra Bacher, Stephanie Pfänder, Michael Sigal
Berlin – In einer Doppelzeremonie und erstmals in Verbindung mit einer Gesprächsrunde mit dem wissenschaftlichen Beirat wurden am Freitag in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften der Robert-Koch-Preis 2021, die Robert-Koch-Medaille in Gold 2021 und die Auszeichnungen für die Post-Doktorandinnen und Post-Doktoranden des Jahres überreicht. Da die Preisverleihung im vergangenen Jahr ausschließlich online stattfinden konnte, hatte die Stiftung die Preisträgerinnen und Preisträger aus 2020 ebenfalls eingeladen und in persona geehrt.

„Zum ersten Mal in der Geschichte der Stiftung streamen wir diese Veranstaltung in diesem Jahr im Internet“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der RobertKoch-Stiftung, Prof. Dr. Wolfgang Plischke, zur Begrüßung bei der hybriden Preisverleihung. „Zum einen, weil nicht alle Gäste vor Ort sein können, aber auch, um uns allen Menschen gleichermaßen zu öffnen, die sich für die Forschung interessieren. Die Pandemie zeigt, wie wichtig Wissenschaft für die breite Öffentlichkeit ist.“ Er blickte auf heute nahezu täglich in den Medien präsente frühere Preisträger, die sich intensiv mit der Covid-19-Erforschung beschäftigen, wie unter anderem Prof. Dr. Antonio Lanzavecchia und Prof. Dr. Rafi Ahmed (Robert-Koch-Preis 2017), Prof. Dr. Christian Drosten (Postdoktorandenpreis 2004) und Prof. Dr. Anthony S. Fauci (Robert-Koch Medaille in Gold 2013).

Ehrendoktorwürde von Robert Koch in einem alten Schreibtisch

Der Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Prof. Dr. Gerald H. Haug, zitierte aus der Rede Robert Kochs, die dieser anlässlich seines Nobelpreises 1905 in Bezug auf den Kampf gegen Tuberkulose gehalten hatte: „Wenn die Arbeit in dieser kraftvollen Weise fortgesetzt wird, muss der Sieg bald gewonnen sein.“ Leider habe sich das noch nicht bewahrheitet, jährlich erkranken immer noch zehn Millionen Menschen an der Lungenkrankheit, 1,5 Millionen von ihnen sterben daran. „Deswegen kann die Bedeutung von Forschung in einer Pandemie gar nicht intensiv genug gepriesen werden.“

Wie er die Urkunde der Ehrendoktorwürde von Robert Koch in einem alten Schreibtisch fand, erzählte der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Dr. Christoph Markschies, zugeschaltet aus San Francisco – und wie greifbar und wichtig die Inspiration durch den Namensgeber der Stiftung für die Forschung sei. Jetzt eben nicht mehr nur für die Expertinnen und Experten der Virologie, Immunologie und Mikrobiologie.

Aufgrund der 2020 ins Internet verlegten Feierlichkeiten ehrte die Robert-KochStiftung zunächst die Preisträgerinnen und Preisträger des Vorjahres jetzt zum Teil in Präsenz: Prof. Dr. Shimon Sakaguchi (Robert-Koch-Preis 2020) konnte leider nicht persönlich teilnehmen, Prof. Dr. Thomas F. Meyer (Robert-Koch-Medaille in Gold 2020) war jedoch vor Ort. Er sagte: „Wissenschaft hat immer auch ein völkerverbindendes Element.“ Prof. Dr. Stephanie Pfänder nahm die PostDoktorandinnen-Preise für sich und Prof. Dr. Petra Bacher und sowie für den Post-Doktoranden Dr. Michael Sigal entgegen, die beide nicht vor Ort sein konnten.

Mit Dr. Megan Stanifer, Dr. Katharina Anna Christina Schaufler und Dr. Kilian Schober bekamen zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen und ein Nachwuchswissenschaftler den mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preis für Post-Doktorandinnen und Post-Doktoranden 2021. Die Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori, die durch die Feierlichkeiten führte, sprach mit allen dreien über Details ihrer Arbeit und ließ sie Hintergründe sowie Ziele ihrer Forschung erklären.

„Wir müssen dem Ton in der Gesellschaft entgegentreten“

Prof. Dr. Yasmine Belkaid und Prof. Dr. Andreas Bäumler bekamen in diesem Jahr zusammen den mit 120.000 Euro dotieren Robert-Koch-Preis. Sie hatten zunächst am Morgen einem Publikum von über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Online-Vorträgen ihre bahnbrechenden Forschungsergebnisse präsentiert.

Bevor die Preisträgerinnen und Preisträger dieses Jahres ihre Preise in einer feierlichen Zeremonie entgegennahmen, gab es erstmals statt einzelner Laudationes eine Gesprächsrunde mit dem wissenschaftlichen Beirat, vertreten durch Prof. Dr. Heidrun Moll vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie in Würzburg, Prof. Dr. Dr. Jürgen Heesemann vom Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene in München und Prof. Dr. Peter Hammann von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH in Frankfurt.

In seiner Laudatio auf die Preisträgerin und den Preisträger sagte Staatssekretär Dr. Thomas Gebhardt im Namen des Bundesministeriums für Gesundheit: „Wir alle haben besonders in der Pandemie der Wissenschaft viel zu verdanken, jede Woche lernen wir etwas Neues.“ Es sei ein wichtiges Signal, dass die Verleihung in dieser Form stattfinde. „Die Wahrnehmung der Wissenschaft in der breiten Öffentlichkeit hat sich verändert: Heute haben Virologen mehr Zulauf in den sozialen Medien als Politiker oder Schauspieler.“ Er sprach jedoch auch über die Kehrseite und kritisierte Anfeindungen gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. „Diesem Ton in der Gesellschaft müssen wir entgegentreten.“

„Ohne diese Frauen stünde ich heute nicht hier“

Bewegende Worte des Dankes fand Prof. Dr. Yasmine Belkaid: „Meine Großmütter haben es überhaupt nur möglich gemacht, dass ich heute hier stehe – die algerische wurde schon als Kind verheiratet und konnte keine Bildung genießen, und auch die französische durfte nicht in die Wissenschaft gehen. Aber als Apothekerin brachte sie mir bei, was eine Mikroflora ist. Ohne diese beiden Frauen stünde ich heute nicht hier. Ihnen und allen anderen Frauen in der Welt danke ich von Herzen.“ Die Forschungsarbeiten von Yasmine Belkaid haben in maßgebender Weise gezeigt, wie die Bakterien, die unseren Darm und die Haut besiedeln, unsere Mikroflora, unser Immunsystem trainieren und uns so helfen, Infektionserreger abzuwehren, andererseits aber Nahrungsmittel als ungefährlich zu akzeptieren.

In seiner Rede dankte auch Prof. Dr. Andreas Bäumler seiner Familie: „Ich wollte Wissenschaftler werden, obwohl meine Eltern beide nicht aus diesem Bereich kommen. Sie haben mir immer die Freiheit gegeben, über meinen Karriereweg selbst zu entscheiden.“ Er wurde ausgezeichnet für seine richtungsweisenden Arbeiten zum Verständnis der Regulation der Zusammensetzung und Funktion unserer Mikroflora durch die Zellen des Darmepithels.

Beide Dankesreden unterstrichen eine weitere Bedeutung des Robert-Koch-Preises: Die Inspiration und Motivation für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Lebenswerk: Hunderte von Naturstoffen für die Medizin verfügbar gemacht

Prof. Dr. Kyriacos Costa Nicolaou erhielt die Robert-Koch-Medaille in Gold 2021 für sein Lebenswerk, konnte sie jedoch nicht persönlich in Empfang nehmen. In einem per Videobotschaft gesendeten Dank sprach er auch über die langjährigen persönlichen Beziehungen zur Wissenschaft in Deutschland. Kyriacos Costa Nicolaou hat chemische Synthesewege für hunderte von Naturstoffen entwickelt, und sie so für den breiten Einsatz vor allem in der Medizin verfügbar gemacht. Dabei gelang ihm oftmals der erste synthetische Zugang zu der Zielverbindung, beispielhaft das Krebsmedikament Paclitaxel und das Antibiotikum Vancomycin.

Die musikalische Unterhaltung übernahm Cellist Jakob Daniel Seel. Die Veranstaltung fand unter Einhaltung der 2G+-Regeln und hybrid statt.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nach-wuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

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Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

28. Oktober 2021

Kyriacos Costa Nicolaou wird mit Robert-Koch-Medaille in Gold ausgezeichnet

Auszeichnungen für Post-Doktoranden Megan Stanifer, Kilian Schober und Katharina Anna Christina Schaufler


Berlin, 28. Oktober 2021 – Prof. Dr. Yasmine Belkaid und Prof. Dr. Andreas Bäumler werden am 19. November 2021 in Berlin für ihre bahnbrechende Forschungsarbeiten zur Bedeutung der Mikroflora für das menschliche Immunsystem sowie die Rolle des Darmepithel für die Zusammensetzung der Mikroflora und damit zusammenhängende Auswirkungen bei Infektions- und Entzündungskrankheiten mit dem Robert-Koch-Preis ausgezeichnet.

Bei dem mit 120.000 Euro dotierten Preis handelt es sich um einen der angese­hensten wissenschaftlichen Auszeichnungen Deutschlands.

Ferner wird Prof. Dr. Kyriacos Costa Nicolaou mit der Robert-Koch-Medaille in Gold ausgezeichnet. Jeweils einen mit 5.000 Euro dotierten Preis erhalten drei Nachwuchswissenschaftler*innen Dr. Megan Stanifer, Dr. Kilian Schober und Dr. Katharina Anna Christina Schaufler.

„In Zeiten, in denen Wissenschaft und Forschung immer wieder ins Zentrum des öffentlichen Interesses rücken und oft ungefiltert in sozialen Netzwerken thema­tisiert werden, ist es wichtiger denn je, die harte Arbeit, den ungebrochenen Fleiß und den Wissensdrang aller Frauen und Männer zu würdigen, die ihr Leben der Medizin und der Biologie verschrieben haben“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Auch in diesem Jahr wollen wir mit den Preisträger*innen in der Bevölkerung und in der Politik gleichermaßen darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Arbeit hinter den Kulissen des Ge­sundheitswesens und des medizinischen Fortschritts ist, und wie sehr sie Einfluss auf die gesamte Gesellschaft hat.“

Robert-Koch-Preis

Der Robert-Koch Preis wird in diesem Jahr geteilt, um bahnbrechende Forschungsarbeiten zu würdigen, die zeigen wie einerseits unsere Mikroflora unser Immunsystem trainiert, andererseits unser Darmepithel die Zusammensetzung unserer Mikroflora bestimmt, und welche Rolle Störungen dieses Dialogs zwi­schen Mikroflora und uns bei Infektions- und Entzündungskrankheiten spielen.

Die algerisch-französische Immunologin Yasmine Belkaid promovierte 1996 am Institut Pasteur in Frankreich über angeborene Reaktionen auf Leishmanien-Infektionen. Sie arbeitete dann am National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) der USA über die Regulation der Immunantwort gegen Leishmanien. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in Cincinnati wechselte sie 2005 als wissenschaftliche Mitarbeiterin wieder an das NIAID, wo sie heute das Mikrobiomprogramm leitet. Sie ist außerdem Professorin an der Universität von Pennsylvania.

Die Forschungsarbeiten von Yasmine Belkaid haben in maßgebender Weise gezeigt, wie die Bakterien, die unseren Darm und die Haut besiedeln, unsere Mikroflora, unser Immunsystem trainieren und uns so helfen, Infektionserreger ab­zuwehren, andererseits aber Nahrungsmittel als ungefährlich zu akzeptieren. Bei chronischen Entzündungen von Darm oder Haut ist dieser Dialog zwischen der Mikroflora und dem Immunsystem gestört, es kommt zu einer Störung des Immungleichgewichts, die entscheidend zu Krankheiten wie Morbus Crohn (chronische Darmentzündung) und Psoriasis (Schuppenflechte) beiträgt. Aber auch Nährstoffmangel kann den Dialog zwischen Mikroflora und Immunsystem stö­ren, das Immunsystem braucht Energie in Form von Kohlenhydraten und Fett, aber auch Stoffwechselprodukte der Mikroflora, um gut gegen Krankheitserreger und Impfstoffe reagieren zu können, und die Immunität über Jahre aufrecht zu erhalten.

Gemeinsam mit Yasmine Belkaid wird Andreas Bäumler mit dem Robert-Koch-Preis ausgezeichnet. Andreas Bäumler studierte Biowissenschaften in Tübingen und promovierte über die Eisenaufnahme und eisenregulierte Gene in den Bak­terien Escherichia coli und Yersinia enterocolitica. Anschließend forschte er an der Oregon Health Sciences University in den USA, und ab 1996 an der Texas A&M University. Seit 2005 ist er Professor an der University of California in Davis.

Andreas Bäumler wird ausgezeichnet für seine richtungsweisenden Arbeiten zum Verständnis der Regulation der Zusammensetzung und Funktion unserer Mikroflora durch die Zellen des Darmepithels. Er konnte zeigen, dass dabei die Zellatmung der Darmzellen und ihr Energiestoffwechsel eine wesentliche Rolle spielen. Wenn die Darmzellen zum Beispiel bei einer Entzündung den Stoffwechsel umstellen, ändert sich die Zusammensetzung der Mikroflora, es kommt zu ei­ner sogenannten Dysbiose, die z.B. bei Darmentzündungen, aber auch bei Rheuma oder Nervenentzündungen den Krankheitsverlauf entscheidend beein­flussen kann. Die Forschung von Andreas Bäumler liefert ganz neue und origi­nelle Ansatzpunkte, um das Gleichgewicht zwischen Mikroflora und Mensch bei diesen Krankheiten wiederherzustellen.

Robert-Koch-Medaille in Gold

Kyriacos Costa Nicolaou erhält die Robert‐Koch‐Medaille in Gold für sein Lebenswerk. Er wurde 1946 in Zypern geboren, siedelte 1964 nach Großbritannien über. Er studierte Chemie an der University of London und schloss seinen Bachelor 1969 am Bedford College ab. 1972 promovierte er und ging dann zunächst an die Columbia University und anschließend zur Harvard University, wo er sich intensiv mit chemischen Verfahren zur Synthese von Naturstoffen beschäftigte. 1976 wurde Kyriacos Costa Nicolaou auf eine Professur an der University of Pennsylvania berufen. Dort entwickelte er Verfahren zur Synthese von Prostaglandinen und Makroliden. Besonders beeindruckend die Herstellung der Endiansäure B, basierend auf Pericyclischen Kaskaden‐ Reaktionen. 1989 wechselte Kyriacos Costa Nicolaou auf eine Professur an der Universität von Kalifornien in San Diego, und etablierte eine Forschungsgruppe am Scripps Research Institut in San Diego.

Ihm ist es zu verdanken, dass das Scripps Research Institute zu einem der bedeutendsten Zentren für Synthetische Chemie und Chemische Biologie weltweit wurde. Zwischen 2005 und 2011 leitete er außerdem ein Labor für chemische Synthese von Naturstoffen in Singapur an dem ICES‐A*STAR Institut. 2013 wechselte er an die Rice University in Houston, Texas, wo er bis heute lehrt und forscht. Kyriacos Costa Nicolaou hat chemische Synthesewege für hunderte von Naturstoffen entwickelt, und sie so für den breiten Einsatz vor allem in der Medizin verfügbar gemacht, wobei ihm oftmals der erste synthetische Zugang zu der Zielverbindung gelang, beispielhaft das Krebsmedikament Paclitaxel und das Antibiotikum Vancomycin.

Post-Doktoranden-Preise

Megan L. Stanifer, Heidelberg, erhält den Postdoktoranden‐Preis für Virologie 2021 in Anerkennung ihrer Arbeiten zur Regulierung von Immunhomöostase an mukosalen Oberflächen. Sie arbeitet im Labor von Dr. Steeve Boulant an der Uni Heidelberg. Ausgezeichnet wird sie für Unter suchungen zur Interaktion von Darmepithelzellen mit Bakterien der Mikroflora, aber auch Bakterien und Viren, die Krankheitserreger sind. Sie konnte zeigen, wie Darmzellen gezielt nur Viren und Bakterien erkennen, die die Schleimhaut überwunden haben und ins Körperinnere vorgedrungen sind, wie die Darmzellen so harmlose Mikroflora von Krankheitserregern unterscheiden können. Die Mutter zweier Kinder ist ein gutes Vorbild dafür, dass es möglich ist, eine erfolg reiche akademische Karriere mit einem Familienleben zu verbinden.

Kilian Schober, Erlangen, erhält den Postdoktoranden-Preis für Immunologie 2021 in Anerkennung seiner Arbeiten auf dem Gebiet der translationalen T-Zell-Forschung. Er hat in Würzburg Medizin studiert und über die Rolle der Autopha­gie in der Pathogenese des Diabetes mellitus promoviert. Von 2014 bis 2021 war er am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Technischen Universität München tätig. Ausgezeichnet wird er für seine Arbeit über die Entwicklung der T Lymphozyten bei einer Immunreaktion gegen Cytomegaloviren, und die Etablierung einer Methode, um besonders wirksame An­tigenrezeptoren auf andere T Lymphozyten zu übertragen. So könnten Zellen für eine Immuntherapie hergestellt werden. Seit 2021 leitet Kilian Schober eine Arbeitsgruppe am Institut für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der FAU Erlangen-Nürnberg.

Katharina Anna Christina Schaufler, Kiel, erhält den Postdoktoranden Preis für Hygiene und Mikrobiologie 2021. Katharina Schaufler hat 2016 an der Freien Universität Berlin promoviert, dann bis 2018 an der Harvard Medical School gearbeitet. Seit 2019 ist war sie am Institut für Pharmazie der Universität Greifswald tätig, seit 2020 als Leiterin einer selbständigen Nachwuchsgruppe und seit Mai 2021 arbeitet sie an der CAU Kiel. Katharina Schaufler wird ausgezeichnet für ihre Arbeiten zur Aufklärung der Mechanismen und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen, insbesondere multiresis tente (MDR) gramnegative und ‐positive Bakterien aus den Familien der Enterobacteriaceae und Enterococcaceae. Ihre Arbeiten bilden die Grundlage für die Erkennung besonders gefährlicher Entwicklungen, eröffnen aber auch neue therapeutische Möglichkeiten durch Adressierung der Resistenzmechanismen. Katharina Anna Christina Schaufler beeindruckt über die wissenschaftliche Arbeit hinaus durch ihren Einsatz, ihre Neugier und ihre Kreativität, mit der sie Innovationen aufgreift.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den höchstrangingen wissen­schaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medi­zin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Informationen für Redaktionen und Publikum:

Die Verleihung wird in Berlin stattfinden, am 19. November 2021 um 16:30 Uhr in der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die Veranstaltung wird über LinkedIn gestreamt werden, die Profile sind:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/robert-koch-stiftung/
Twitter: https://twitter.com/RKStiftung

Alle Beiträge rund um die Veranstaltung werden mit dem Hashtag #Robert-KochAward versehen werden.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70285, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

12. Mai 2021

Die Robert‐Koch‐Stiftung fühlt sich dem Erbe Robert Kochs sowohl im Hinblick auf die Grundlagenforschung als auch auf die Infektionsbekämpfung in der Praxis verpflichtet. Deshalb schreibt die Robert‐Koch‐Stiftung 2021 zum fünften Mal einen „Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention“ aus. Sie wird dabei von B. Braun Melsungen AG und BARMER finanziell unterstützt, die das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro bereitstellen. Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen, denn dieser Preis ist in der jetzigen Situation aktueller denn jemals vorher“ so Professor Wolfgang Plischke, Vorstand der Robert-Koch-Stiftung.

Näheres zum Ausschreibungsverfahren und den Auswahlkriterien finden Sie hier.

17. November 2020

Berlin – Die Robert-Koch-Stiftung hat am vergangenen Samstag den mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis 2020 an Professor Shimon Sakaguchi, Leiter des Immunology Frontier Research Center (IFReC) der Universität Osaka (Japan). verliehen.

Professor Thomas F. Meyer, Seniorprofessor an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erhält die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk.

Die Preise wurden während einer online-Ehrenkonferenz durch Herrn Professor Plischke, Vorstandsvorsitzender der Robert-Koch-Stiftung und Professor Andreas Radbruch, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Robert-Koch-Stiftung in kleinem Rahmen übergeben. Die persönliche Übergabe, die während eines Festakts in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin stattfinden sollte, wurde ins nächste Jahr verschoben.

Sakaguchi wurde mit dem Robert-Koch-Preis für seine bahnbrechenden Arbeiten zu regulatorischen T-Zellen gewürdigt.

Professor Thomas F. Meyer erhält die Robert-Koch-Medaille in Gold insbesondere für seine Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Infektionsbiologie.

Postdoktorandenpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Während der virtuellen Ehrenkonferenz wurden ebenfalls drei mit je 5.000 Euro dotierte Postdoktorandenpreise der Robert-Koch-Stiftung für herausragende Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses verliehen. Vorgeschlagen wurden die Kandidatinnen und Kandidaten von den deutschen Gesellschaften für Hygiene und Mikrobiologie, Immunologie und Virologie.

Der Postdoktorandenpreis für Immunologie ging an Prof. Dr. Petra Bacher, Institute of Clinical Molecular Biology & Institute of Immunology der Christian-Albrechts-University zu Kiel, in Anerkennung ihrer Arbeiten zur Regulation menschlicher Immunantworten.

Den Postdoktorandenpreis für Virologie erhielt Prof. Dr. Stephanie Pfaender, Abteilung f. Molekulare u. Medizinische Virologie, Ruhr-Universität Bochum, in Anerkennung ihrer Arbeiten zur Biologie von Corona-Viren. Dr. med. Michael Sigal, Charité Universitätsmedizin Berlin, bekam den Postdoktorandenpreis für Hygiene und Mikrobiologie in Anerkennung seiner Arbeiten zum Verständnis von gastrointestinalen Infektionen.

Fotos der Ehrenkonferenz sind auf:

www.robert-koch-stiftung.de/preise/preisverleihungen
unter Angabe des Copyrights zur freien Verwendung hinterlegt.

Über die Robert-Koch-Stiftung

Die Robert-Koch-Stiftung e. V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den höchstrangingen wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

Kontakt:
Sabine Timmermann, Tel: +49 (0)214 30-70 28 5, E-Mail: info@robert-koch-stiftung.de

WEITERE INFORMATIONEN

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