
Die Entdeckung des Tuberkel-Bakteriums 1882 durch Robert Koch war eine Sternstunde medizinischer Forschung. Sie wies den Weg zur Überwindung einer der verheerendsten Seuchen: der Tuberkulose. 1907 entstand die ”Robert-Koch-Stiftung zur Bekämpfung der Tuberkulose”. Ein erfolgreicher Spendenappell sicherte fürs erste die materielle Basis. Die ersten Aktivitäten fanden ein weltweites Echo.
Andrew Carnegie allein spendete 500.000 Goldmark. Erster Stipendiat war der Mann, dessen Namen die Stiftung trägt: Robert Koch. 1909 erhielt er aus dem Stiftungsfonds 20.000 Mark für seine Tuberkuloseforschung: die ersten Zinsen des Stiftungskapitals.
”Schon ist die Überzeugung ins Volk gedrungen, daß die Tuberkulose eine vermeidbare Krankheit ist, und die Menschen haben gelernt, sich der Ansteckung besser zu entziehen, als es früher der Fall war. Seit diese Erkenntnis im Volk wach geworden ist, ist die Sterblichkeit an Tuberkulose in allen zivilisierten Ländern erheblich zurückgegangen, und es mehren sich die Anzeichen, daß die Krankheit ganz ihr Ende finden wird. Jetzt gerade ist der richtige Zeitpunkt, den Kampf auf der ganzen Linie zu eröffnen.”
Robert Koch in seiner Dankesrede an den Mäzen Carnegie, gehalten am 12. April 1908 in New York
100 Jahre später gelten diese Worte Robert Kochs von neuem. Mit dem Vordringen bisher unbekannter Krankheitserreger ist die Tuberkulose wieder zur Bedrohung geworden. Dringend bedarf es neuer Ansätze der Forschung und einer breiten Bekämpfung.